Das Aussehen von Senioren ist doch wichtig

08. Februar 2010

Dänische Forscher haben durch Untersuchungen an 1.826 Zwillingen, die älter als 70 Jahre waren, bestätigt, dass Senioren, die für ihr Alter noch jung aussehen, auch eine höhere Lebenserwartung haben, als solche, die älter aussehen als sie tatsächlich sind.

Das Team um Professor Kaare Christensen von der University of Southern Denmark untersuchte den Zusammenhang zwischen dem optischen Alter und dem letztendlich erreichten Alter. Hierfür wurden nicht nur die Gesichter der Probanden fotografiert, sondern sie mussten sich auch geistigen und körperlichen Tests unterziehen.

Drei unabhängige Teams haben nun das Alter der auf den Fotos gezeigten Personen geschätzt, wobei nie beide Zwillinge am selben Tag gezeigt wurden. Anhand der über 7 Jahre erstellten Sterbestatistik konnte glaubhaft bestätigt werden, dass junges Aussehen oft mit einer hohen Lebenserwartung einhergeht.

Je größer also der optische Unterschied zwischen den Zwillingen war, desto wahrscheinlicher war es, dass der älter Aussehende der beiden auch früher starb. Als Bedingung für die Teilnahme an dieser Studie als Proband wurde natürlich vorausgesetzt, dass keinerlei chirurgische Veränderungen vorgenommen wurden.

Sport im Altersheim

22. Dezember 2009

Die Altersgruppe der über80-Jährigen ist die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe Deutschlands. Hiervon leidet ca. ein Drittel an Demenz. Um dieser Krankheit frühzeitig präventiv entgegenzuwirken, wurde nun die Wirkung von einfachen Bewegungsprogrammen auf den geistigen Verfall hin untersucht.

Gerade die meist etwas gebrechlichen Senioren profitieren von solchen Angeboten, wie sie heutzutage in vielen Pflegeeinrichtungen bestehen. Es wurde tatsächlich bestätigt, dass selbst mit simplen Übungen für Beweglichkeit, Koordination und Kraft die Lebensqualität der Älteren enorm gesteigert werden konnte.

Für sie ist es schon ein großer Fortschritt, wenn sie sich selbst wieder die Haare hinter dem Kopf zusammenbinden oder sich selbst die Socken anziehen können. Auch Balancetraining und Sturzprophylaxe wurden bereits erfolgreich getestet und eingesetzt.

Die deutschlandweite Verbreitung ist am kommen und für die Senioren in Altersheimen ist das von großem Vorteil.

Kontrolle in Pflegeheimen

09. Dezember 2009

Bereits seit Juli diesen Jahres werden in Alten- und Pflegeheimen unangekündigte Kontrollen durchgeführt, deren Ergebnis auch im Internet veröffentlicht wird. Die Inspekteure überprüfen u. a., ob die Heimbewohner die Pflege und Hilfe erhalten, die sie benötigen.

Sowohl die Pflegeeinrichtungen als auch die Bewohner werden noch dem Zufallsprinzip ausgewählt. Bis Ende 2010 sollen alle Altenheime Deutschlands nach folgenden Kategorien getestet werden:

-    Pflege und medizinische Versorgung
-    Umgang mit demenzkranken Bewohnern
-    Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung
-    Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene

Die Noten von 1 bis 5 werden in 82 Kriterien erhoben und anschließend in einer Note zusammengefasst. So sollen sich Angehörige einen Überblick über den Wachstumsmarkt Pflege verschaffen können.

Dramatische Entwicklung der Personalkosten in der Pflege

20. November 2009

Diakonie-Vorstand Joachim von der Osten schlägt Alarm: In 10 Jahren wird es bundesweit ca. 3,6 Mio. stationär betreute Pflegefälle geben; über die Hälfte mehr als jetzt. Die Personalkosten sind jedoch der Dreh- und Angelpunkt in der Pflege, denn sie umfassen 80% der Gesamtkosten eines Pflegeheims.

Jedoch ist dies über die erhaltenen Entgelte wie bisher bereits kaum noch finanzierbar. Wettbewerbsfähig zu bleiben ist durch die steigende Anzahl an privaten Dienstleistern derzeit schwer machbar. In offenen Gesprächen soll nun versucht werden, einvernehmliche Lösungen zu finden; bspw. in der Absenkung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Personaleinsparungen stehen nicht zur Debatte, denn wegen der Vielzahl an Pflegefälle kann auf keine Pflegekraft verzichtet werden. Weitere Einsparmöglichkeiten gäbe es keine.

Seit der Einführung der Pflegeversicherung wurde bereits vieles umorganisiert und derart optimiert, dass Kostenreduktionen bei Lebensmitteln, in der Ausstattung oder bei den Energiekosten nicht mehr möglich sind.

Existenzgründung als Job-Chance in der Altenpflege

11. November 2009

In Deutschland arbeiten derzeit ca. 800.000 Menschen im Bereich der Betreuung und Pflege älterer oder behinderter Menschen. Aufgrund der Vielfältigkeit des Berufes mit der ambulanten und der stationären Pflege, mit Wohngemeinschaften und betreutem Wohnen sowie der Nacht- und Kurzzeitpflege von Kranken und Senioren bis hin zu stationären Hospizen sind die Möglichkeiten in diesem Arbeitsfeld immens. Gegenwärtig sind mehr als 2 Mio. Menschen in Deutschland pflegebedürftig, wobei bis zum Jahre 2020 mit einem Anstieg von 37% bis 2030 sogar bis zu 58% gerechnet wird (Zahlenangaben vgl. Bundesministerium).

Die Marktpotentiale, die sich hier bieten, sind gewaltig. Für Leute, die die Selbständigkeit als Alternative sehen, eröffnen sich gerade durch das Franchising hier ungeahnte Wege. Insbesondere ausgebildetes Pflegepersonal wir von Franchisegebern gesucht, damit qualitativ hochwertige Dienstleistungen überall angeboten werden können. Inzwischen gibt es Lizenzsysteme für fast alle Bereiche des täglichen Lebens: Haushaltshilfen, Haustierbetreuung, Hausmeisterdienste etc.

Hierbei erfolgt die Unterstützung des Selbständigen durch den Lizenzgeber, welche sich auf Marketing, Finanzierung, Ausstattung, Weiterbildungsmöglichkeiten uvm. bezieht. Hier wird die Selbständigkeit zur lukrativen und zielbewussten Alternative gegenüber der reinen Weiterbildung, denn aufgrund des enormen Marktpotentials sind die Wettbewerber zu immer qualitativ hochwertigeren Leistungen gezwungen. Ob sich das Franchising im Pflegebereich allerdings zu einem Erfolgsmodell entwickelt, bleibt abzuwarten.

Seniorenpolitik der neuen Bundesregierung

02. November 2009

Aufgrund der stetig wachsenden Zahl an Pflegebedürftigen ist eine Reform des bisherigen Umlageverfahrens der Pflegeversicherung dringend notwenig. Die neue Regierung strebt hier eine Kapitaldeckung an, d.h. jeder Bürger ist verpflichtet, eine private Zusatzversicherung für den Pflegefall abzuschließen.

Jeder Angestellte muss also über den bisherigen Beitrag hinaus noch eine Pauschale bezahlen, mit welcher der hinzukommende Pflegebedarf gedeckt werden soll. Die Versicherten würden hierbei, wie bei der Riester-Rente, mindestens den angelegten Beitrag als Leistung erhalten.

Aufgrund fehlenden Geldes konnten sich pflegende Familien bisher keine ausgebildeten deutschen Pflegekräfte leisten, sondern nur solche aus osteuropäischen Staaten, die dann meist auch nur schwarz angestellt sind. Zudem sollen nun auch ausländische ebenso wie deutsche Hilfskräfte und pflegende Angehörige die notwendigen pflegerischen  Alltagshilfen erbringen können.

Wie die Finanzierung jedoch konkret aussehen soll, steht allerdings noch nicht fest. Wir sind gespannt!

Noten für die Tages- und Nachtpflege

30. Oktober 2009

Die Vertragspartner der Pflege-Selbstverwaltung auf der Bundesebene wollen mehr Transparenz in die Pflege bringen und haben daher beschlossen, Prüfkriterien und Noten für die Tages- und Nachtpflege in einem Qualitätsbericht zusammenzustellen. Pflegebedürftige, die daheim versorgt werden, benötigen zumindest für eine bestimmte Zeit am Tag qualifizierte Hilfe. Ebenso wie die pflegenden Angehörigen soziale Unterstützung als Entlastung brauchen. Dennoch  sind die Kriterien für die Benotung einer Pflegeeinrichtung hier völlig ungeeignet.

Auf der Basis der Pflegereform vom 01.07.2008 haben die Spitzenverbände der Leistungserbringer, der GKV-Spitzenverband und die Sozialhilfeträger Kriterien (für stationäre Pflegeeinrichtungen 82 und für ambulante 49) beschlossen, welche zusammen mit den Noten „sehr gut“ bis „mangelhaft“ die Qualität einer Pflegeeinrichtung wiedergeben sollen.

Nach diesen Kriterien werden bisher auch die Bereiche der Tages- und Nachtpflege bewertet, was jedoch als sehr unzureichend gilt. Daher begrüßt auch der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) die neuen Regelungen und hofft auf gute Ergebnisse.

Neue Ausbildungsmöglichkeiten in der Pflege

26. Oktober 2009

Aufgrund des Rückgangs an Ausbildungsplätzen trotz steigenden Bedarfs an qualifiziertem Pflegepersonal, wurde nun in Hamburg sowie in NRW das Ziel gesetzt, diesem Mangel Abhilfe zu schaffen. In NRW werden lt. RWI bis zum Jahre 2020 50.000 zusätzliche Pflegekräfte im stationären und 27.000 im ambulanten Bereich benötigt. Um diesem Notstand entgegen zu wirken fordert u. a. die Gewerkschaft Verdi ambulante und stationäre Einrichtungen dazu auf, den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten und mehr Ausbildungsplätze anzubieten.

Um dies zu finanzieren, müssen die entstehenden Wettbewerbsnachteile gegenüber Einrichtungen, die nicht ausbilden, behoben werden, so der Sozialverband Deutschlands. Konkrete Finanzierungskonzepte seien bspw. durch die Integration der Ausbildungen von Alten- und Krankenpfleger gegeben, welche zu ca. 90% übereinstimmen.

In Hamburg wurde ein arbeitsmarktpolitisches Sonderprogramm ins Leben gerufen, das nach Absprache mit der Behörde für Schule und Berufsausbildung neue Ausbildungsplätze finanziert, sofern es gelingt, diese Plätze soweit zu besetzen, dass eine Klassenstärke gewährleistet ist. Jede ambulante Pflegeeinrichtung kann an diesem Programm teilnehmen und von den Fördermöglichkeiten profitieren.

Qualitätsprüfung: Viele Pflegeheime erhalten nur die Note mangelhaft

09. Oktober 2009

Der medizinische Dienst der Krankenkassen (MdK) hat seit Anfang Juli 1000 Heime einer Qualitätsprüfung unterzogen; mit erschreckendem Ergebnis!

Jedes 6. Altenheim weist starke Mängel in der medizinischen Versorgung, ebenso wie in der Altenpflege, auf. Hochgerechnet auf alle 10.300 Pflegeheime in Deutschland zählen damit bundesweit 800 Heime zum sog. „kritischen Bereiche“, lt. Vorstand des Spitzenverbands der Krankenkassen Dieter Voß. Obwohl sich 99,8% der Bewohner positiv über ihr Altenheim äußerten, wurde die Versorgung, insbesondere die demenzkranker Patienten, zumeist als ausreichend und sehr häufig auch als mangelhaft eingestuft.

Chef des medizinischen Dienstes Peter Pick bezweifelt jedoch die Aussagekraft der Heimbewohner, denn es sei bekannt, dass gerade Abhängige, wozu die Bewohner eines Altenheimes definitiv zählen, keine Kritik äußern.

Dies ist jedoch lediglich das Ergebnis ersten 1000 Prüfungen von Altenheimen. Die restlichen Pflegeeinrichtungen sollen schrittweise bis Ende 2010 geprüft werden.

“Ein neuer Blick auf die Pflege”

21. September 2009

Fotoausstellung in zum Thema Pflege in Augsburg eröffnet

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt lenkt die Aufmerksamkeit der Gesellschaft derzeit nach Augsburg, wo das Altenheim St. Afra des Sozialdienstes katholischer Frauen e.V. derzeit Aufnahmen der Fotografin Julia Baier darstellt. Diese zeigen Pflegebedürftige und Pflegekräfte bei ihrer alltäglichen Arbeit und gelten nach außen auch als visuelle Begleitung der Pflegeversicherungsreform (Juli 2008). Hierbei soll der Wert der Pflege und des Pflegeberufs in den Mittelpunkt öffentlicher Diskussionen gestellt werden und dabei gleichzeitig bestehende Berührungsängste mit der Welt der Altenpflege aufgelöst werden. Die vom Bundesgesundheitsministerium vor einem Jahr ins Leben gerufene Fotoausstellung wurde seither in fast 70 Gesundheits-/Pflegeeinrichtungen, wie bspw. Altenheime, Seniorenresidenzen und ambulanten Pflegediensten, dargestellt mit beträchtlichem Erfolg, denn sie hat Menschen die Augen für diejenigen geöffnet, die gepflegt werden und für die, die andere pflegen. Es gehe darum, so Ulla Schmidt, die Pflege in ihrem Kern zu verbessern. Es gilt Antworten auf Fragen wie was getan werden muss, damit ein alter oder älterer Mensch seine Selbständigkeit möglichst lange behält oder wiedergewinnt, zu finden und diese dann auch zur Zufriedenheit aller umzusetzen.