Existenzgründung als Job-Chance in der Altenpflege

11. November 2009

In Deutschland arbeiten derzeit ca. 800.000 Menschen im Bereich der Betreuung und Pflege älterer oder behinderter Menschen. Aufgrund der Vielfältigkeit des Berufes mit der ambulanten und der stationären Pflege, mit Wohngemeinschaften und betreutem Wohnen sowie der Nacht- und Kurzzeitpflege von Kranken und Senioren bis hin zu stationären Hospizen sind die Möglichkeiten in diesem Arbeitsfeld immens. Gegenwärtig sind mehr als 2 Mio. Menschen in Deutschland pflegebedürftig, wobei bis zum Jahre 2020 mit einem Anstieg von 37% bis 2030 sogar bis zu 58% gerechnet wird (Zahlenangaben vgl. Bundesministerium).

Die Marktpotentiale, die sich hier bieten, sind gewaltig. Für Leute, die die Selbständigkeit als Alternative sehen, eröffnen sich gerade durch das Franchising hier ungeahnte Wege. Insbesondere ausgebildetes Pflegepersonal wir von Franchisegebern gesucht, damit qualitativ hochwertige Dienstleistungen überall angeboten werden können. Inzwischen gibt es Lizenzsysteme für fast alle Bereiche des täglichen Lebens: Haushaltshilfen, Haustierbetreuung, Hausmeisterdienste etc.

Hierbei erfolgt die Unterstützung des Selbständigen durch den Lizenzgeber, welche sich auf Marketing, Finanzierung, Ausstattung, Weiterbildungsmöglichkeiten uvm. bezieht. Hier wird die Selbständigkeit zur lukrativen und zielbewussten Alternative gegenüber der reinen Weiterbildung, denn aufgrund des enormen Marktpotentials sind die Wettbewerber zu immer qualitativ hochwertigeren Leistungen gezwungen. Ob sich das Franchising im Pflegebereich allerdings zu einem Erfolgsmodell entwickelt, bleibt abzuwarten.

Seniorenpolitik der neuen Bundesregierung

02. November 2009

Aufgrund der stetig wachsenden Zahl an Pflegebedürftigen ist eine Reform des bisherigen Umlageverfahrens der Pflegeversicherung dringend notwenig. Die neue Regierung strebt hier eine Kapitaldeckung an, d.h. jeder Bürger ist verpflichtet, eine private Zusatzversicherung für den Pflegefall abzuschließen.

Jeder Angestellte muss also über den bisherigen Beitrag hinaus noch eine Pauschale bezahlen, mit welcher der hinzukommende Pflegebedarf gedeckt werden soll. Die Versicherten würden hierbei, wie bei der Riester-Rente, mindestens den angelegten Beitrag als Leistung erhalten.

Aufgrund fehlenden Geldes konnten sich pflegende Familien bisher keine ausgebildeten deutschen Pflegekräfte leisten, sondern nur solche aus osteuropäischen Staaten, die dann meist auch nur schwarz angestellt sind. Zudem sollen nun auch ausländische ebenso wie deutsche Hilfskräfte und pflegende Angehörige die notwendigen pflegerischen  Alltagshilfen erbringen können.

Wie die Finanzierung jedoch konkret aussehen soll, steht allerdings noch nicht fest. Wir sind gespannt!

Noten für die Tages- und Nachtpflege

30. Oktober 2009

Die Vertragspartner der Pflege-Selbstverwaltung auf der Bundesebene wollen mehr Transparenz in die Pflege bringen und haben daher beschlossen, Prüfkriterien und Noten für die Tages- und Nachtpflege in einem Qualitätsbericht zusammenzustellen. Pflegebedürftige, die daheim versorgt werden, benötigen zumindest für eine bestimmte Zeit am Tag qualifizierte Hilfe. Ebenso wie die pflegenden Angehörigen soziale Unterstützung als Entlastung brauchen. Dennoch  sind die Kriterien für die Benotung einer Pflegeeinrichtung hier völlig ungeeignet.

Auf der Basis der Pflegereform vom 01.07.2008 haben die Spitzenverbände der Leistungserbringer, der GKV-Spitzenverband und die Sozialhilfeträger Kriterien (für stationäre Pflegeeinrichtungen 82 und für ambulante 49) beschlossen, welche zusammen mit den Noten „sehr gut“ bis „mangelhaft“ die Qualität einer Pflegeeinrichtung wiedergeben sollen.

Nach diesen Kriterien werden bisher auch die Bereiche der Tages- und Nachtpflege bewertet, was jedoch als sehr unzureichend gilt. Daher begrüßt auch der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) die neuen Regelungen und hofft auf gute Ergebnisse.

Neue Ausbildungsmöglichkeiten in der Pflege

26. Oktober 2009

Aufgrund des Rückgangs an Ausbildungsplätzen trotz steigenden Bedarfs an qualifiziertem Pflegepersonal, wurde nun in Hamburg sowie in NRW das Ziel gesetzt, diesem Mangel Abhilfe zu schaffen. In NRW werden lt. RWI bis zum Jahre 2020 50.000 zusätzliche Pflegekräfte im stationären und 27.000 im ambulanten Bereich benötigt. Um diesem Notstand entgegen zu wirken fordert u. a. die Gewerkschaft Verdi ambulante und stationäre Einrichtungen dazu auf, den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten und mehr Ausbildungsplätze anzubieten.

Um dies zu finanzieren, müssen die entstehenden Wettbewerbsnachteile gegenüber Einrichtungen, die nicht ausbilden, behoben werden, so der Sozialverband Deutschlands. Konkrete Finanzierungskonzepte seien bspw. durch die Integration der Ausbildungen von Alten- und Krankenpfleger gegeben, welche zu ca. 90% übereinstimmen.

In Hamburg wurde ein arbeitsmarktpolitisches Sonderprogramm ins Leben gerufen, das nach Absprache mit der Behörde für Schule und Berufsausbildung neue Ausbildungsplätze finanziert, sofern es gelingt, diese Plätze soweit zu besetzen, dass eine Klassenstärke gewährleistet ist. Jede ambulante Pflegeeinrichtung kann an diesem Programm teilnehmen und von den Fördermöglichkeiten profitieren.

Qualitätsprüfung: Viele Pflegeheime erhalten nur die Note mangelhaft

09. Oktober 2009

Der medizinische Dienst der Krankenkassen (MdK) hat seit Anfang Juli 1000 Heime einer Qualitätsprüfung unterzogen; mit erschreckendem Ergebnis!

Jedes 6. Altenheim weist starke Mängel in der medizinischen Versorgung, ebenso wie in der Altenpflege, auf. Hochgerechnet auf alle 10.300 Pflegeheime in Deutschland zählen damit bundesweit 800 Heime zum sog. „kritischen Bereiche“, lt. Vorstand des Spitzenverbands der Krankenkassen Dieter Voß. Obwohl sich 99,8% der Bewohner positiv über ihr Altenheim äußerten, wurde die Versorgung, insbesondere die demenzkranker Patienten, zumeist als ausreichend und sehr häufig auch als mangelhaft eingestuft.

Chef des medizinischen Dienstes Peter Pick bezweifelt jedoch die Aussagekraft der Heimbewohner, denn es sei bekannt, dass gerade Abhängige, wozu die Bewohner eines Altenheimes definitiv zählen, keine Kritik äußern.

Dies ist jedoch lediglich das Ergebnis ersten 1000 Prüfungen von Altenheimen. Die restlichen Pflegeeinrichtungen sollen schrittweise bis Ende 2010 geprüft werden.

“Ein neuer Blick auf die Pflege”

21. September 2009

Fotoausstellung in zum Thema Pflege in Augsburg eröffnet

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt lenkt die Aufmerksamkeit der Gesellschaft derzeit nach Augsburg, wo das Altenheim St. Afra des Sozialdienstes katholischer Frauen e.V. derzeit Aufnahmen der Fotografin Julia Baier darstellt. Diese zeigen Pflegebedürftige und Pflegekräfte bei ihrer alltäglichen Arbeit und gelten nach außen auch als visuelle Begleitung der Pflegeversicherungsreform (Juli 2008). Hierbei soll der Wert der Pflege und des Pflegeberufs in den Mittelpunkt öffentlicher Diskussionen gestellt werden und dabei gleichzeitig bestehende Berührungsängste mit der Welt der Altenpflege aufgelöst werden. Die vom Bundesgesundheitsministerium vor einem Jahr ins Leben gerufene Fotoausstellung wurde seither in fast 70 Gesundheits-/Pflegeeinrichtungen, wie bspw. Altenheime, Seniorenresidenzen und ambulanten Pflegediensten, dargestellt mit beträchtlichem Erfolg, denn sie hat Menschen die Augen für diejenigen geöffnet, die gepflegt werden und für die, die andere pflegen. Es gehe darum, so Ulla Schmidt, die Pflege in ihrem Kern zu verbessern. Es gilt Antworten auf Fragen wie was getan werden muss, damit ein alter oder älterer Mensch seine Selbständigkeit möglichst lange behält oder wiedergewinnt, zu finden und diese dann auch zur Zufriedenheit aller umzusetzen.