Mit ‘Pflegenews’ getaggte Artikel

Gesetzlich Versicherte sterben früher

Mittwoch, 30. Juni 2010

Bei einer Studie hat die Rostocker Demografin Eva Kiberle entdeckt, dass ein großer Anteil gesetzlich Versicherter deutlich früher stirbt als privat Versicherte. Es wurde herausgefunden, dass Privatversicherte durch aus so genannte „Überlebensvorteile“ gegenüber den Gesetzlich Versicherten hätten, diese jedoch nicht für das Ergebnis der Studie verantwortlich seien.

Vielmehr erklärt Kiberle: “Was dahinter steckt, sind Bildung, Einkommen und Art der Beschäftigung.” Der Status der Versicherung ist also eher Folge als Ursache für diese Erkenntnis. Die Analyse der Forschungsgruppe hat ergeben, dass es auch innerhalb Deutschlands einen sozialen Gradienten bei der Sterblichkeit gibt: “Die Sterblichkeit ist in Gruppen mit hohem sozioökonomischen Status geringer als in Gruppen mit niedrigerem sozioökonomischen Status.”

Einen besonders großer Einfluss hat die Art der körperlichen Belastung während der Beschäftigungsphase. Auch wenn das Durchschnittsalter von Senioren, auch durch gute Pflege in Altersheimen im Allgemeinen steigt, steigt es dennoch langsamer bei Ex-Arbeitern als bei ehemaligen Angestellten. Das spiegelt sich auch im Versicherungsstatus der Personen wider. Angestellte sind meist Menschen mit höherem Einkommen als Arbeiter und können sich eher eine private Krankenversicherung leisten als Angestellte.

Kiberle warnt allerdings davor den Umkehrschluss zu ziehen, dass die gesundheitliche Versorgung von Besserverdienenden auch automatisch besser ist. Rechtzeitig auf einen gesunden Lebenswandel umzusteigen ist immer noch der beste Schutz!

Immer mehr ältere Menschen haben Angst vor dem Altersheim

Donnerstag, 25. März 2010

Laut einer Umfrage gaben 70% aller Befragten an, dass sie Angst vor einem Lebensabend im Altersheim, bzw. Pflegeheim haben. Besonders große Furcht bereitet den Menschen neben schlechter Pflege, die Abhängigkeit von Anderen und den Verlust des Gedächtnisses.
Auch viele Angehörige überlassen die Pflege der geliebten Angehörigen nur ungern Heimmitarbeitern, da sie sich schuldig fühlen den Pflegebedürftigen „abgeschoben“ zu haben.

Im Nachhinein sind dann aber doch vor allem die älteren Menschen froh, dass sie sich für diesen Schritt entschieden haben. Ihnen wird die Versorgung und Pflege abgenommen und ihr Alltag erleichtert sich enorm. Außerdem genießen sie nach der meist langen Einsamkeit das Zusammensein unter Gleichgesinnten.

Die Pflegeleitung bespricht mit den Senioren die Details ihres Privatlebens, der Krankengeschichte und übernimmt meist die Organisation aller notwendigen Papiere sowie der Medikamente und die Begleitung zu den Sanitätshäusern.
Natürlich bedeutet, dass der Einzug in ein Pflegeheim eine enorme Veränderung. Um sich jedoch dennoch heimisch zu fühlen bieten viele Heime an, dass man sich einige liebgewonnene Möbelstücke und Bilder mitnehmen kann, um seinen Bereich persönlich zu gestalten und sich schnellstmöglichst heimisch zu fühlen.

Den schlechten Ruf der Altersheime möchte die Politik mit strengeren Kontrollen entgegenwirken, dennoch sollte man sich rechtzeitig und möglichst umfangreich über die Heime informieren um somit schlechte Erfahrungen zu vermeiden.

Sport im Altersheim

Dienstag, 22. Dezember 2009

Die Altersgruppe der über80-Jährigen ist die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe Deutschlands. Hiervon leidet ca. ein Drittel an Demenz. Um dieser Krankheit frühzeitig präventiv entgegenzuwirken, wurde nun die Wirkung von einfachen Bewegungsprogrammen auf den geistigen Verfall hin untersucht.

Gerade die meist etwas gebrechlichen Senioren profitieren von solchen Angeboten, wie sie heutzutage in vielen Pflegeeinrichtungen bestehen. Es wurde tatsächlich bestätigt, dass selbst mit simplen Übungen für Beweglichkeit, Koordination und Kraft die Lebensqualität der Älteren enorm gesteigert werden konnte.

Für sie ist es schon ein großer Fortschritt, wenn sie sich selbst wieder die Haare hinter dem Kopf zusammenbinden oder sich selbst die Socken anziehen können. Auch Balancetraining und Sturzprophylaxe wurden bereits erfolgreich getestet und eingesetzt.

Die deutschlandweite Verbreitung ist am kommen und für die Senioren in Altersheimen ist das von großem Vorteil.

Kontrolle in Pflegeheimen

Mittwoch, 09. Dezember 2009

Bereits seit Juli diesen Jahres werden in Alten- und Pflegeheimen unangekündigte Kontrollen durchgeführt, deren Ergebnis auch im Internet veröffentlicht wird. Die Inspekteure überprüfen u. a., ob die Heimbewohner die Pflege und Hilfe erhalten, die sie benötigen.

Sowohl die Pflegeeinrichtungen als auch die Bewohner werden noch dem Zufallsprinzip ausgewählt. Bis Ende 2010 sollen alle Altenheime Deutschlands nach folgenden Kategorien getestet werden:

-    Pflege und medizinische Versorgung
-    Umgang mit demenzkranken Bewohnern
-    Soziale Betreuung und Alltagsgestaltung
-    Wohnen, Verpflegung, Hauswirtschaft und Hygiene

Die Noten von 1 bis 5 werden in 82 Kriterien erhoben und anschließend in einer Note zusammengefasst. So sollen sich Angehörige einen Überblick über den Wachstumsmarkt Pflege verschaffen können.

Dramatische Entwicklung der Personalkosten in der Pflege

Freitag, 20. November 2009

Diakonie-Vorstand Joachim von der Osten schlägt Alarm: In 10 Jahren wird es bundesweit ca. 3,6 Mio. stationär betreute Pflegefälle geben; über die Hälfte mehr als jetzt. Die Personalkosten sind jedoch der Dreh- und Angelpunkt in der Pflege, denn sie umfassen 80% der Gesamtkosten eines Pflegeheims.

Jedoch ist dies über die erhaltenen Entgelte wie bisher bereits kaum noch finanzierbar. Wettbewerbsfähig zu bleiben ist durch die steigende Anzahl an privaten Dienstleistern derzeit schwer machbar. In offenen Gesprächen soll nun versucht werden, einvernehmliche Lösungen zu finden; bspw. in der Absenkung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld.

Personaleinsparungen stehen nicht zur Debatte, denn wegen der Vielzahl an Pflegefälle kann auf keine Pflegekraft verzichtet werden. Weitere Einsparmöglichkeiten gäbe es keine.

Seit der Einführung der Pflegeversicherung wurde bereits vieles umorganisiert und derart optimiert, dass Kostenreduktionen bei Lebensmitteln, in der Ausstattung oder bei den Energiekosten nicht mehr möglich sind.

Seniorenpolitik der neuen Bundesregierung

Montag, 02. November 2009

Aufgrund der stetig wachsenden Zahl an Pflegebedürftigen ist eine Reform des bisherigen Umlageverfahrens der Pflegeversicherung dringend notwenig. Die neue Regierung strebt hier eine Kapitaldeckung an, d.h. jeder Bürger ist verpflichtet, eine private Zusatzversicherung für den Pflegefall abzuschließen.

Jeder Angestellte muss also über den bisherigen Beitrag hinaus noch eine Pauschale bezahlen, mit welcher der hinzukommende Pflegebedarf gedeckt werden soll. Die Versicherten würden hierbei, wie bei der Riester-Rente, mindestens den angelegten Beitrag als Leistung erhalten.

Aufgrund fehlenden Geldes konnten sich pflegende Familien bisher keine ausgebildeten deutschen Pflegekräfte leisten, sondern nur solche aus osteuropäischen Staaten, die dann meist auch nur schwarz angestellt sind. Zudem sollen nun auch ausländische ebenso wie deutsche Hilfskräfte und pflegende Angehörige die notwendigen pflegerischen  Alltagshilfen erbringen können.

Wie die Finanzierung jedoch konkret aussehen soll, steht allerdings noch nicht fest. Wir sind gespannt!

Noten für die Tages- und Nachtpflege

Freitag, 30. Oktober 2009

Die Vertragspartner der Pflege-Selbstverwaltung auf der Bundesebene wollen mehr Transparenz in die Pflege bringen und haben daher beschlossen, Prüfkriterien und Noten für die Tages- und Nachtpflege in einem Qualitätsbericht zusammenzustellen. Pflegebedürftige, die daheim versorgt werden, benötigen zumindest für eine bestimmte Zeit am Tag qualifizierte Hilfe. Ebenso wie die pflegenden Angehörigen soziale Unterstützung als Entlastung brauchen. Dennoch  sind die Kriterien für die Benotung einer Pflegeeinrichtung hier völlig ungeeignet.

Auf der Basis der Pflegereform vom 01.07.2008 haben die Spitzenverbände der Leistungserbringer, der GKV-Spitzenverband und die Sozialhilfeträger Kriterien (für stationäre Pflegeeinrichtungen 82 und für ambulante 49) beschlossen, welche zusammen mit den Noten „sehr gut“ bis „mangelhaft“ die Qualität einer Pflegeeinrichtung wiedergeben sollen.

Nach diesen Kriterien werden bisher auch die Bereiche der Tages- und Nachtpflege bewertet, was jedoch als sehr unzureichend gilt. Daher begrüßt auch der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e. V. (bpa) die neuen Regelungen und hofft auf gute Ergebnisse.

Neue Ausbildungsmöglichkeiten in der Pflege

Montag, 26. Oktober 2009

Aufgrund des Rückgangs an Ausbildungsplätzen trotz steigenden Bedarfs an qualifiziertem Pflegepersonal, wurde nun in Hamburg sowie in NRW das Ziel gesetzt, diesem Mangel Abhilfe zu schaffen. In NRW werden lt. RWI bis zum Jahre 2020 50.000 zusätzliche Pflegekräfte im stationären und 27.000 im ambulanten Bereich benötigt. Um diesem Notstand entgegen zu wirken fordert u. a. die Gewerkschaft Verdi ambulante und stationäre Einrichtungen dazu auf, den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten und mehr Ausbildungsplätze anzubieten.

Um dies zu finanzieren, müssen die entstehenden Wettbewerbsnachteile gegenüber Einrichtungen, die nicht ausbilden, behoben werden, so der Sozialverband Deutschlands. Konkrete Finanzierungskonzepte seien bspw. durch die Integration der Ausbildungen von Alten- und Krankenpfleger gegeben, welche zu ca. 90% übereinstimmen.

In Hamburg wurde ein arbeitsmarktpolitisches Sonderprogramm ins Leben gerufen, das nach Absprache mit der Behörde für Schule und Berufsausbildung neue Ausbildungsplätze finanziert, sofern es gelingt, diese Plätze soweit zu besetzen, dass eine Klassenstärke gewährleistet ist. Jede ambulante Pflegeeinrichtung kann an diesem Programm teilnehmen und von den Fördermöglichkeiten profitieren.